Ist dein Garten eine grüne Wüste? Sensen für die Vielfalt.

//Ist dein Garten eine grüne Wüste? Sensen für die Vielfalt.

Ist dein Garten eine grüne Wüste? Sensen für die Vielfalt.

Bezau. Ernüchternd sind aktuelle Berichte und Schlagzeilen zum Zustand unserer Erde und zur Artenvielfalt: Eine Million Arten drohen auszusterben aufgrund der Einflussnahme des Menschen. Was soll man da als Einzelner dagegen ausrichten? Doch Artenschutz und Artenvielfalt fängt im Kleinen an. Bei dir selbst.

Viele Bregenzerwälder denken sich bei solchen Schlagzeilen, dass das wohl schlimm ist da draußen, aber bei uns im ‚Wald‘ herinnen, da ist noch eine heile Welt. Weit daneben: auch bei uns geht die Vielfalt zurück – bei Pflanzen, Säugetieren, Insekten, Bienen, Vögeln. Wie oft trifft man noch Igel bei uns an, hört man das Schwirren und Summen der Insekten auf Nahrungssuche? Das Bienensterben ist in aller Munde, viele Flächen werden verbaut oder sind zu grünen Wüsten verkommen. Und gerade im Bregenzerwald, wo noch viele Haushalte einen eigenen Garten haben, kann jeder Einzelne zur Vielfalt beitragen: Indem man Rückzugsorte schafft und das Nahrungsangebot für Insekten erweitert.

Aber zunehmend hält ein lautloser Killer Einzug in die Vorgärten: Der Mähroboter. Auf seinen ständigen Runden durch den Rasen ist er Gefahr für Insekten und Spinnen in Bodennähe und verstümmelt oder tötet regelmäßig auch kleine Säuger wie den Igel. Außerdem lassen die Roboter nicht die kleinste Blüte emporkommen, welche wichtige Nahrungsquellen für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten sind. Der so perfekt aussehende Rasen ist der Super-Gau für die Artenvielfalt und hinterlässt eine grüne Wüste.

Das Ziel des Projekts BeeAware ist es, einen Beitrag zur Biodiversität zu leisten und dafür auch Bewusstsein in der Bevölkerung zu schaffen. Deshalb zeigen wir Alternativen auf und greifen auf eine althergebrachte Methode zurück: Auf unserer Wiese in Bezau findet in Kooperation mit dem Bildungshaus Kloster Bezau ein Sensenkurs statt. Das Sensen ist die schonendste Mähmethode: es gibt weder Ansaugeffekt noch Zerhäckselung, die selbst den kleinsten Lebewesen den Garaus machen. Die Pflanzen können länger wachsen, Blüten ausbilden und sich versamen. Spätblüher, welche eine so wichtige Nahrungsquelle für Bienen und Insekten sind, haben sonst keine Chance sich zu vermehren und verschwinden zunehmend aus unseren Gärten und Wiesen.

Ein paar Tipps für jeden Einzelnen: das Gras auch einmal wachsen lassen, Blühstreifen stehen lassen. Auf Mähroboter verzichten. Späthblühende Pflanzen einsähen. Kräuter anpflanzen und auch einmal blühen lassen. Ein bisschen Wasser stehen lassen als Tränke. Unbedingt auf Chemie verzichten. Rückzugsorte schaffen wie blühende Hecken, Steinhaufen, Totholz. Und wenn es wieder summt und lebt in deinem Garten, wirst du bestimmt eine Freude haben. Und was die Kursteilnehmer auf unserer Wiese erfahren durften: das Sensen und Dengeln ist eine sehr bewusste und schöne Arbeit, die dich aus dem Alltagsstress herauszieht und dir selbst und der Natur näherbringt.Sensen.jpgSensen 2.jpgSensen 3.jpgSensen 4.jpg

Ein  Gastbeitrag von: Joachim Kresser, witus

Von |2019-05-14T13:46:03+01:0014.05.2019|Projekt|0 Comments

Über den Autor / die Autorin:

CIPRA
Die Internationale Alpenschutzkommission CIPRA ist eine nichtstaatliche Dachorganisation mit nationalen Vertretungen und einer regionalen Vertretung in den sieben Alpenländern. Sie vertritt über 100 Verbände und Organisationen. Die CIPRA arbeitet für eine nachhaltige Entwicklung in den Alpen und setzt sich für die Erhaltung des Natur- und Kulturerbes, für die Erhaltung der regionalen Vielfalt und für Lösungen grenzüberschreitender Probleme im Alpenraum ein.

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